• Letzte Änderung: Fr, 26. Feb 2021, 18:54.
Internetseite des Männerchores Weiler bei Bingen

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Der Musikausschuss besteht neben dem Vorsitzenden, dem Chorleiter und dem Notenwart aus aktiven Chormitgliedern der jeweiligen Stimmlagen (1./2. Tenor, 1./2. Bass).
Er berät und unterstützt den Chorleiter in seiner musikalischen Arbeit.

Der Vorstand leitet die Geschicke des Vereins, er hat alles zu veranlassen, was dem Wohle des Vereines förderlich ist um die Beschlüsse der Mitgliederversammlung auszuführen.

Er wird auf die Dauer von zwei Jahren gewählt.

 1. VORSITZENDER    2. VORSITZENDER 
Schmitt, Adam J.
55413 Weiler
  Lautz, Gerhard
55413 Weiler

„Nichts ist so beständig wie der Wechsel“, sagt ein Sprichwort. So haben die Vereinsgremien im August 2010 beschlossen, sich vom seitherigen Chorleiter Heinz-Gunter Ackva zu trennen. Es waren erfüllte 19 Jahre, die Chor und Chorleiter zusammen sein konnten, mit einer Vielzahl von Konzerterlebnissen, der erfolgreichen Teilnahme an Meisterchorsingen, an Chor- und Gesangswettbewerben, die allen Beteiligten zweifellos in guter Erinnerung bleiben werden.

Als neuer Chorleiter wurde Sergej Schmidt ausersehen, ein 35-jähriger Jurist, der die Musikhochschule in St. Petersburg erfolgreich absolvierte, in der Chorarbeit erfahren und sich als erfolgreicher Dirigent schon andernorts beweisen konnte. Am 20. August wurde er dem Chor vorgestellt; am 1. September 2010 nahm er seine Arbeit in Weiler auf. Mit Elan und hoher Motivation begann die Probenarbeit.

Beim Weihnachtskonzert führte er den Chor gleich „zu neuem Ufer“ und es wurden mit seiner gewinnenden Art auch sofort neue Sänger begeistert. Ein verheißungsvoller Start für den Verein in sein Jubiläumsjahr 2011.

Doch, ehe man das Jahr 2011 auf dem Kalender schrieb, kam die Hiobsbotschaft, dass Chorleiter Schmidt sich beruflich nach Liechtenstein / Schweiz verändert. Er wird als Jurist bei einer international tätigen Bank arbeiten und deshalb Deutschland verlassen und nach dort umziehen müssen. Dem Vorstand war bei der Eröffnung des Berufs- und Wohnortswechsels der Schrecken ins Gesicht geschrieben, denn man war gerade einmal vier Monate zusammen, es hatte sich eine gute und harmonische Zusammenarbeit und ein konstruktives Miteinander entwickelt. Der Abschied im Februar 2011 fiel beiden Seiten schwer, weil sich viele Erwartungen in gemeinsame Vorhaben nicht mehr verwirklichen lassen.

Jetzt stand man erneut vor der Tatsache eines Chorleiterwechsels.

In den ersten Wochen des gerade begonnenen Jahres 2011 begann das schwierige Unterfangen der Nachfolgersuche, denn qualifizierte Chorleiter fallen nicht vom Himmel. Wochen der Kontaktnahmen, der Probedirigate und auswärtiger Probebesuche folgten, Gespräche wurden geführt, ehe man sich im März 2011 einig war:

Andreas Arneke aus Mainz wird ab April 2011 neuer Chorleiter.

Er erhielt bereits mit fünf Jahren Klavierunterricht, begann sechzehnjährig ein Kirchenmusikstudium, schloss ein erstes Klavierstudium am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz erfolgreich ab. Da der musikalische Dialog zwischen Stimme und Klavier Andreas Arneke von jeher faszinierte, wurde die Liedbegleitung ein wesentliches Element seiner künstlerischen Arbeit. Seine herausragende Begabung auf diesem Gebiet fand bereits während des Studiums Anerkennung: Bei Nachwuchswettbewerben wurde er erstmals ausgezeichnet. Seine pianistischen Fähigkeiten vervollkommnete er in der Frankfurter Meisterklasse und durch ergänzende Studien in Würzburg. Inzwischen ist Andreas Arneke ein gefragter Klavierpartner für Sängerinnen und Sänger. Sein sensibles, unprätentiöses, gleichwohl ausdrucksstarkes Spiel wird von seinen künstlerischen Partnern ebenso gelobt, wie von Presse und Publikum. Die hohen künstlerischen Leistungen von Andreas Arneke sind in zahlreichen Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie auf CDs festgehalten.

Das genau waren auch die Anforderungen, die die Vereinsleitung bei seiner Verpflichtung sah, denn das Leistungsniveau des Männerchores lässt sich in der heutigen Zeit nur mit überdurchschnittlichen chorischen Darbietungen halten und in die Öffentlichkeit tragen. Mit insgesamt 46 aktiven Sängern kann der Chor reizvolle musikalische Vorhaben verwirklichen, aus allen Stilepochen und aus allen Stilrichtungen. Die Ansätze hierfür sind in den letzten Wochen gelegt worden, denn die „Chemie stimmt“ zwischen Chorleiter und Chor. Bei dem geänderten attraktiven Jahresprogramm 2011 wird man es spüren und erleben dürfen.

Einen Blick in die Zukunft zu geben, ist nicht leicht. Hierüber wird an anderer Stelle berichtet. Dennoch ist es geboten, im 125. Jahr des Bestehens eines Vereins eine kleine Statusbestimmung zu machen. Der Verein hat es gewagt, gerade in den letzten Jahren neue Wege der Chorarbeit zu gehen, das Gute und Alte zwar zu bewahren, sich aber von erstarrten Traditionen zu befreien. Der Verein ist jung geblieben, hat Begeisterung, Leistungsbereitschaft geweckt und vor allem Freude am Gesang mit geselligem Miteinander verbunden.

Auch ist es üblich geworden in anderen Sprachen zu singen. Neben der Muttersprache wird bereits in vier weiteren Fremdsprachen gesungen, denn Musik kennt bekanntlich keine Grenzen oder wie Prof. Theo Fischer es in seiner Kantate ausdrückte "Canzoni - ponti dei popoli" (Lieder – Brücken der Völker). So leisten die Chöre im Land und auch der Weilerer Männerchor ihren Beitrag, wenn auch klein und bescheiden, zum besseren Verstehen der Menschen untereinander und über Grenzen hinweg. Mit dieser Botschaft wird der MGV auch in eine gute Zukunft gehen.

Mit einem anspruchsvollen Chor- und Solisten- „Konzert zur Jahrtausendwende“ mit dem Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz zeigt sich der Chor für das neue Jahrtausend gerüstet; musikalisch wird ein Querschnitt von Werken aus den letzten 100 Jahren geboten. Der Zuspruch ist groß, die Darbietungen finden hohe Anerkennung.

2001 feiert der Verein seinen 115. Geburtstag mit einem zweitägigen Chorkonzert „Musizieren zum Frühlingsanfang“, wozu 36 Vereine mit fast 1300 Sängerinnen und Sängern anwesend sind. Erstmals wird der Delegiertentag des Sängerkreises Bad Kreuznach in Weiler ausgerichtet. 

Für einen „Chor vom Land“ war es ein erhebendes Gefühl bei der Eröffnung der Kultursommers Rheinland-Pfalz 2002 in Bingen mitwirken zu können. Mit einem geistlichen Konzert in der Basilika zeigte der Chor Bestform und Format in Leistung und Auftreten.

Zum ersten Male hatte der Sängerbund Rheinland-Pfalz den Rudolf-Desch-Volksliederwettbewerb ausgeschrieben. Mutig ging man dieses Vorhaben an und erreichte am 30. März 2003 den begehrten Titel „Volkslieder-Leistungschor“. 

Ein mutiges Unterfangen, eine riesige organisatorische Herausforderung für den Vorstand war die erste Konzertreise des Männerchores vom 18. – 21. Oktober 2003 nach Verona mit Auftritten in Verona und Sona-Lugagnano. Nach Begründung einer karnevalistischen und kommunalen Partnerschaft zwischen Weiler und Sona- Lugagnano war es nur eine Frage der Zeit, dass auch Botschafter des Gesanges sich begegnen. Generalstabsmäßig waren Flug und Transfer geplant; die Reise mit mehr als 108 Teilnehmern ein toller Erfolg. Der Chor zeigte sich als allerbester Botschafter, denn „Musik kennt keine Grenzen“, war die Botschaften, die Gäste und Gastgeber austauschten. 

Der Schwerpunkt der Chorarbeit des Jahres 2004 aber war auf ein anderes Ziel ausgelegt, das sich Sänger und Chorleiter vorgenommen hatten: Die erfolgreiche Teilnahme am Meisterchorsingen am 6. / 7. November in Nentershausen. Die ganze Probearbeit hatte Chorleiter Ackva darauf ausgerichtet und der Probefleiß war groß. Und das Vorhaben gelang. Zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte errang der Chor den Titel eines Meisterchors des Sängerbundes Rheinland-Pfalz. Man lag sich in den Armen und freute sich ob dieses großartigen Erfolges.

Und nur wenige Tage später hatte sich das SWR-Fernsehen angesagt. Im Rahmen der „Sonntagstour im Advent“ wollte man den Weilerer Chor „aufnehmen“ und die Schnitzer um Franz Kellermeier mit in den Beitrag einbinden. Es war ein „kaltes Anliegen“ denn die Life-Aufnahmen fanden bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Freien statt. Ein stimmungsvoller Fernsehbeitrag entschädigte vollumfänglich.  

Im Herbst gaben wir zusammen mit dem Chor „Vivace“ ein Chorkonzert in Kirn / Nahe.

Der 120. Vereinsgeburtstag 2006 fiel mit dem silbernen Chorleiterjubiläum von Heinz-Gunter Ackva zusammen. Mit einem Konzert der Ackva-Chöre in Bingerbrück wurde dieses Jubiläum begangen.

Eine konzertante Messgestaltung in der Klosterkirche in Maria Laach war ein eindrucksvolles Erlebnis unseres Chores verbunden mit einem stimmungsvollen Tag in der Vordereifel.

Für 2007 war eine zweite Konzertreise nach Verona und in die Partnergemeinde Lugagnano ins Auge gefasst. Es gab im Vorfeld bereits eine Reihe von Schwierigkeiten, bei der geplanten Mitfahrt des Landespolizeiorchesters und dem Veranstaltungsort in Verona. Nach einigen Abstrichen war die konzertante Mitgestaltung der Messe in Lugagnano der musikalische Höhepunkt, ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm rundete den Besuch in der Zeit vom 21. – 24. September ab.

Anstelle des schlanken Konzertprogramms in Verona gab es am 28. Oktober ein fulminantes Opernkonzert in der Rhein-Nahe-Halle mit dem Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Hans-Georg Conrad. „Perlen aus Oper und Operette“ boten die Sopranistin Claudia Beck, der Bassist Erik Ginzburg und der Chor des MGV vor vollem Haus.

Das Jahr 2008 sollte Freiräume für die Erarbeitung neuer moderner Chorwerke schaffen, was nur im Ansatz gelang, denn interessante und reizvolle, unerwartete Aufgaben stellten sich dem Chor. Da war zum einen die Landesgartenschau in Bingen, zu der Gäste aus unserer Partnergemeinde Sona-Lugagnano anreisten, ferner die Mitwirkung bei einem konzertanten Abend der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe im Park am Mäuseturm.

Dann erreichte uns die Anfrage zu einem Benefizkonzert zu Gunsten der Mainzer Hospizgesellschaft in der traditionsreichen Mainzer Stephanskirche zusammen mit dem Landespolizeiorchester. Der Chor entschied sich für diese Nahziele und war im Nachhinein begeistert.

In diesem Zusammenhang muss Erwähnung finden, dass sich der Chor seit mehr als einem Jahrhundert für soziale und kirchliche Einrichtungen einbringt. Beim Durchblättern der Jahresberichte und Archivunterlagen finden sich zahlreiche Hinweise auf Aktivitäten wie Singen zur Unterstützung der ehemaligen Schwesternstation in Weiler, des Kindergartens, der Pfarrkirche, der Beschaffung und Sanierung der Kirchenorgel, der gemeindlichen Bücherei, der örtlichen Hilfsorganisationen, aber auch kommunaler Einrichtungen wie Sporthallen- und Friedhofshallenbau.

Nicht zu vergessen das alljährliche Mitwirken beim Weilerer Dorffest.

Auch überregionale Einrichtungen, Seniorenheime, Krankenhauseinrichtungen und Hospizdienste werden bedacht. Besonders menschennah sind die Gesangsdarbietungen zur Freude alter Menschen in Senioren – und Krankenhauseinrichtungen.

Das Jahr 2010 war angedacht, das große Jubiläum im Folgejahr zum 125-jährigen Bestehen einzuläuten, wobei die Planungen durch eine Reihe von unerwarteten Einflüssen, geändert werden mussten.

Aufgrund eines Unfalles im Frühjahr musste unser Chorleiter Heinz Gunter Ackva längere Zeit pausieren. Mit Dr. Andreas Stipp, zugleich auch als Organist und Pianist bei verschiedenen Auftritten und Adam Schmitt, konnten wir unser Jahresprogramm stemmen. Das Stiftungsfest wurde gemeistert auch das Benefizkonzert für die Hospizhilfe Bingen am 19. Juni 2010 in der Basilika.

Wir musizierten mit dem Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz in der Binger Basilika und konnten große Anerkennung für unsere gesanglichen Leistungen erfahren.

Ein mit dem LOH - Symphonie Orchester aus Sondershausen/Thüringen 1994 gestaltetes Konzert „Rund um Strauß“ wurde zu einem großen Ereignis, für die Sänger ein Erlebnis; die Rhein-Nahe-Halle „schwang im Dreivierteltakt“.

Und ein Jahr später 1995 erlebt man in Weiler einen gesanglichen Leckerbissen, ein gemeinsames Konzert mit dem deutschlandweit berühmten Rundfunk-Jugendchor Wernigerode, das landesweite Aufmerksamkeit findet.

1996 finden aus Anlass des 110-jährigen Vereinsbestehen die „Weilerer Liedertage“ statt, im Frühjahr mit einem fröhlichen Musizieren im Mai und im Herbst mit jahreszeitgemäßen Chorwerken.

Zum 70. Geburtstag des einheimischen Komponisten Theo Fischer gehört der Chor zu den Mitgestaltern eines großen Konzertes zu Ehren des Jubilars.

Nach Unterbrechungen wird 1997 in neuem Rahmen die Tradition des konzertanten Weihnachtsliedersingens wieder aufgenommen. Der große Zuspruch lässt dieses Singen und Musizieren zu einem festen Bestandteil der Jahresarbeit im Chor und einer gut besuchten Veranstaltung werden, die in der ganzen Region Beachtung findet.

1999 nimmt der Chor am Leistungssingen teilt und schafft die Qualifikation für die höchste Stufe des Bundesleistungssingens.

Adam Schmitt ist 25 Jahre Vereinsvorsitzender.  

Männerchor Weiler bei Bingen: Renovierung Vereinslokal - Letzte Probe im Gasthaus Zur SonneNeben einem geeigneten Saal, in dem der Erfolg der Arbeit eines Chores der interessierten Öffent­lichkeit vorgestellt werden kann, bedarf es auch eines Raumes, der zum Einüben des Gesanges geeig­net ist und einem gemütlichen Beisammensein der Chormitglieder nach der Gesangstunde zu dienen vermag.

Männerchor Weiler bei Bingen: Renovierung des Vereinslokals Nach Gründung des Vereins war Vereinslokal die „Gastwirtschaft zum Römer“.
Seit Ende der zwanziger Jahre bis 1982 war Vereinslokal das „Gasthaus Sonne“.

Nach der Geschäftsaufgabe von Anneliese Brauer, die 63 Jahre eine verlässliche und resolute Vereinswirtin war, stand eine Verpachtung der Gaststätte an, die Nutzung des „Casinos“ als Proberaum war kaum mehr möglich.

Schnell musste man sich nach anderen Räumen umschauen, die man dann in einem ehemaligen Schulsaal des Rathauses der Gemeinde fand.

Vor dem Umzug musste der neue Proberaum in vielen Stunden hergerichtet und zu einem schmucken Vereinssaal werden, ehe man dort einziehen konnte.

Am 4. September 1992 wurde er mit der ersten Gesangstunde offiziell in Betrieb genommen.

Es ist für den Chor schön einen guten und geräumigen Proberaum zu haben, die wunderbaren und erlebnisreichen Stunden des Singens und Beisammenseins nach der Chorprobe, teilweise bis spät in die Nacht, aber sind mittlerweile Geschichte.

 

 

Männerchor Weiler bei Bingen: Dirigent von 1991-2010: Musikdirektor FDB Heinz-Gunther AckvaStabwechsel im Dirigentenamt

Nach vielen verdienstvollen Jahren gibt Willibald Stipp zur Jahresmitte 1991 den Dirigentenstab beim Liederkranz ab.

In 26 Jahren hat er einzigartig den Chor geprägt und geformt, immer wieder motiviert und zu hohen Leistungen geführt. Er hat, wie es der Vorsitzende bei seiner Verabschiedung formulierte “sich große Verdienste um den Verein erworben“, weshalb ihm auch die „Würde eines Ehrenchorleiters“ zuerkannt werde.

Am 01.07.1991 tritt Musikdirektor FDB Heinz Gunter Ackva aus Waldlaubersheim die Nachfolge von Willibald Stipp an.

Ein wichtiger Markstein in der Geschichte des Vereins und eine Neuorientierung für den Chor.

Neue Herausforderungen und attraktive Ziele

Kammerchor aus Sagorsk zu Besuch bei dem Männerchor Weiler bei Bingen am 16.08.1991Im August 1991 ist der russische Kammerchor „Vita“ aus Sagorsk zu Gast und bestreitet mit dem Weilerer Chor und erstmals unter seinem neuen Dirigenten Heinz Gunter Ackva ein anspruchsvolles Konzert.

Im November 1991 qualifiziert sich der Chor im Regionalleistungssingen in Simmern mit 1,32 Punkten für das Meisterchorsingen.

Im Mai 1992 wird die Kantate des heimischen Komponisten Theo Fischer „Advent - öffnet das Tor zur Weihnachtszeit“ in einer Chorgemeinschaft zusammen mit dem MGV Münster Sarmsheim in den Studios des SWF in Kaiserslautern aufgezeichnet.

Die Begeisterung bei der ersten Rundfunkaufnahme war sehr groß, wenngleich die Weihnachtslieder bei hochsommerlichen Temperaturen schon besondere Konzentration erforderten.

Am 8. November verfehlt der Chor mit nur 0,15 Punkten den Titel eines Meisterchors beim Bundesleistungssingen der Stufe 3 in Ransbach / Baumbach.

Diese Enttäuschung war jedoch schnell überwunden, denn alle wussten: die Tagesform war diesmal entscheidend und nicht das, was der Chor an beständigen Leistungen aufweisen kann.

 

 

 

 

 

 

Mächtig Rückenwind für Chorleiter und Chor gab das Jubiläumsjahr, sodass man neue reizvolle Ziele anpackte, nicht aber auf die stete Leistungsmessung durch Teilnahme an Wertungssingen zu verzichten.

Beim Gruppen-Wertungssingen in Rümmelsheim 1987 bescheinigt Wertungsrichter Bundeschormeister Klaus Weber dem Chor das Gesamtprädikat „sehr gut“.

Im Oktober startet der Chor zu einer dreitägigen Reise nach Seefeld/Tirol.

Und im November bestritt der MGV zusammen mit dem katholischen Kirchenchor das „Erste Weilerer Adventssingen“.

Männerchor Weiler bei Bingen: Chorleiterjubiläum von Willibald StippMännerchor Weiler bei Bingen: Überreichung der Cornelius-Plakette an Willibald StippIm März 1988 richtete der MGV das Kreisleistungs- und Regionssingen des Sängerbundes Rheinland-Pfalz aus, beteiligte sich an der Stufe 1 dieses Singens mit der Gesamtnote 1,18 überaus erfolgreich.

Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Sängerkreises Bad Kreuznach 1989 ist der Chor eingeladen, zusammen mit weiteren Meisterchören aus dem Sängerkreis, ein festliches Chorkonzert im großen Saal des Kurhauses Bad Kreuznach zu bestreiten. Der Chor unter Willibald Stipp beeindruckt mit einer Uraufführung eines Chorsatzes von Rudolf Desch, der dem Chor dafür ein ganz dickes Kompliment macht.

Ein Konzert, das die Gemeinde am 7. April 1990 auf Initiative des seinerzeitigen Ortsbürgermeisters Hans Günter Altenhofen ausrichtete, hatte durch das silberne Chorleiterjubiläum von Willibald Stipp eine ganz besondere Ausgestaltung erfahren. Das Staatsorchester Rheinische Philharmonie in Koblenz und Kammersänger Prof. Karl Ridderbusch bestritten mit dem Chor des MGV ein beeindruckendes Programm. Für jeden Sänger in einem Laienchor nicht nur ein einzigartiges Erlebnis, sondern für Chorleiter und Chor eine besondere Auszeichnung mit großer Nachhaltigkeit.

Nur wenige Tage später erringt der Chor im April beim Gruppen-Wertungssingen in Waldalgesheim das Gesamtprädikat „hervorragend“.

Im Mai startet der Verein zu einem Ausflug in den Rheingau, wo im Wallfahrtsort Marienthal die Messe umrahmt wird. Am 28. Oktober nimmt der Chor an einem volkstümlichen Singen und Musizieren aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Landkreises Mainz-Bingen in der Goldberghalle in Gensingen teil, und wenige Tage später zeichnet der Südwestfunk in der Rhein-Nahe-Halle in Weiler die Produktion der „Schubertiade“ des einheimischen Komponisten Prof. Theo Fischer mit dem Weilerer Männerchor auf. Diese Aufnahme sollte zu einem „Dauerbrenner“ des Programmes „Chöre des Landes“ im SWR werden.

Aus Anlass des 25-jährigen Dirigenten-Jubiläums des Chorleiters Willibald Stipp am 27. Oktober 1990 gibt der Verein ein festliches Konzert, das vom Chor und dem Orchester „Pro Musica“, Mitglieder des Orchesters des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, und dem Solisten Reinhard Leisenheimer von den Städtischen Bühnen in Hagen, gestaltet wird. Im Verlaufe des Konzerts wird Chorleiter Willibald Stipp die Peter-Cornelius-Plakette des Landes Rheinland-Pfalz überreicht.

Die Erfolge der letzten Jahre haben den Verein auf einem hohen Leistungsniveau zum 100. Vereinsgeburtstag getragen. Mit einem überaus anspruchsvollen Jubiläumsprogramm präsentierte sich der Chor mit seinem agilen Chorleiter Willibald Stipp.

Männerchor Weiler bei Bingen: Jubiläumskonzert um 100-jährigen JubiläumIm März erhält der Chor beim Gruppen-Wertungssingen in Langenlonsheim das Gesamtprädikat „sehr gut plus“ für Chorwerk und Volkslied.

Und nur wenige Tage später findet das Jubiläumskonzert mit Chorwerken aus klassischen Opern, der Sopranistin Gerty Arras, dem Bass Lothar Fritsch und dem Landespolizeimusikkorps Rheinland-Pfalz als sinfonisches Blasorchester statt, wozu Hubertus Petroll vom ZDF moderierte. Es wurde ein bis dahin nie gekanntes musikalisches Erlebnis für die Akteure wie auch die Zuhörer.

Im April findet die Ausstellung „Ein Blick in die Vereinsgeschichte“ mit Dokumenten, Fotos und zeitgenössischen Berichten großen Anklang.

Bei einem stilvollen konzertanten Festabend, den der Jubiläumschor und das kurpfälzische Kammerorchester Mannheim bestreiten, wurde dem Verein das von Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel verliehene Wappenschild des Landes überreicht.

Die Festansprache hält der Präsident des Sängerbundes Rheinland-Pfalz, Rudi Kriegel. Einen unterhaltsamen Abend unter dem Motto „Weiler singt und musiziert beim ‘Liederkranz’“ gestalteten die Ortsvereine und Gruppen der Gemeinde. Am Pfingstmontag wird in einer würdigen Feier der Verstorbenen, Gefallenen und Kriegstoten gedacht. Nach dem vom Chor gesanglich umrahmten Gottesdienst wird im Anschluss auf dem Kirchplatz der Bevölkerung ein Geburtstagsständchen dargebracht.

Am 8. Juni erhält der Verein die vom Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zuerkannte Zelterplakette, die Kultusminister Dr. Georg Gölter überreicht.

Im Oktober richtet der Verein erstmals auf Landesebene ein „Festival der Meisterchöre“ aus, dass 10 Meisterchöre aus dem ganzen Land Rheinland-Pfalz zusammenführt. Ein einzigartiges Klangerlebnis, das viele Nachahmer landesweit gefunden hat.

Im Oktober schließt das Jubiläumsjahr mit einem Konzert, das das Landespolizeimusikkorps Rheinland-Pfalz unter der Stabführung von Hans-Georg Conrad und der Chor des MGV bestreiten, aus Operette und Musicals „ein bunter Melodienstrauß“.

 

 

 

Trotz der chorischen Erfolge streben die Sänger nach neuen Zielen, wohl wissend: „Stillstand ist Rückschritt“.

So geht die zielgerichtete Probearbeit weiter Leistungssingen und Wettstreit - Teilnahmen, reizvolle Konzerte und eindrucksvolle Konzertreisen finden begeisterte Aufnahme.

Beim Gesangswettstreit in Nackenheim erreicht der Chor am 23. Mai 1982 drei Erste Plätze.

Am 18. September 1982 ist die Sängerreise nach Geiersthal als Gegenbesuch ein wunderschönes Erlebnis für den Chor.

Einen überragenden Erfolg brachte am 30. Oktober 1982 ein Volksliederkonzert mit dem Jagdhornbläserkreis Heidelberg.
Am gleichen Tag war in der Pfarrkirche erstmals eine Hubertus­messe gefeiert worden.

Männerchor Weiler bei Bingen: Geistliches Konzert mit dem Männerchor und Kirchenchor Weiler am 24.11.1984 in der Rhein-Nahe-HalleBeim Gruppensingen der Sängergruppe II „Untere Nahe“ in der Weilerer Halle am 20. November 1982 wird der Chor zweimal mit „Sehr gut“ bewertet.

Am 18. Dezember 1982 nimmt der Chor an einem Volkslieder- und Jagdmusikkonzert mitgestal­tend in der Stadthalle Heidelberg teil.

Am 9. April 1983 konzertiert der Chor auch in der Abendveranstaltung „Weiler singt und musi­ziert“ anlässlich der Feier des 10-jährigen Bestehens der „Gesellschaft der Heimatfreunde Weiler e.V.“.

Das Regionssingen in Simmern am 8. April schließt für den Chor mit der Gesamtnote „Hervorra­gend bis sehr gut“.

Eine Spitzenleistung wird das geistliche Konzert am 17. November 1984 in unserer „Rhein-Nahe-Halle“.

Es wird von unserem Chor zusammen mit unserem Kirchenchor und dem Binger Orchester unter der Leitung unseres Chorleiters Willibald Stipp gestaltet. Die Halle war bis auf den letzten Platz be­setzt. Das Konzert wurde erstmals auf Tonträger aufgezeichnet.

Am 9. November 1985 fand erstmals ein Meisterchorsingen in der Weilerer „Rhein-Nahe-Halle“ statt. 26 Chöre mit rund 1 .200 Sängerinnen und Sängern nahmen daran teil. Unser Chor musste auf eine Beteiligung beim Singen verzichten, weil der Chorleiter kurz vorher verunglückt – bei einem Sturz vom Baum erlitt er Rippenbrüche - und nicht in der Lage war, zu dirigieren.

Dafür wurde den Mitgliedern des MGV und ihren Frauen, die die Bewir­tung der Gäste übernommen hatten, die hervorragende Organisation bestätigt.

Einen glanzvollen Auftakt zum Jubeljahr 1986 bildete der Silvesterball am 31. Dezember 1985.

 

 

Männerchor Weiler bei Bingen: Rhein-Nahe-HalleMit der Einrichtung der Rhein-Nahe-Halle können alle Vereine glücklich sein, auch der MGV.

Die neuen Räumlichkeiten in zeitgemäßer Ausstattung genügen auch den vielfältigsten Ansprüchen.

Es ist eine der Größe des Chores entsprechende Bühne vorhanden, bei Konzerten kann der Saal ganz mit Stühlen ausgestellt werden, für gesellige Veranstaltungen sind auch genügend Tische vorhanden.

Mehr als 600 Besucher finden im Saal Platz.

Beim Kreisleistungssingen, das 1980 erstmalig in der neuen Halle in Weiler stattfindet, wird, neben einer perfekten Organisation der Veranstaltung, dem Chor unter 12 Chören eine “sehr gute bis hervorragende Tagesbestleistung“ bescheinigt.

Am folgenden 23. November 1980 gibt der Chor des MGV zusammen mit dem Weilerer Kirchenchor „St. Cäcilia“ in unserer Pfarrkirche ein Kirchenkonzert unter der Stabführung des gemeinsamen Dirigenten Willibald Stipp.

Damit wird dessen 25jährige Chorleitertätigkeit beim Kirchenchor (1955-80) gefeiert.

Erstmalig veranstaltet der MGV in der „Rhein-Nahe-Halle“ einen spektakulären Silvesterball.

Meisterchor(!)

Männerchor Weiler bei Bingen: Meisterchor 1981

Männerchor Weiler bei Bingen: Meisterchorsingen am 15.03.1981 in Idar-Oberstein

Das Jahr 1981 bringt dem Chor einen besonderen Erfolg.

Am 15. März nimmt er am „Meisterchor-Singen“ in ldar-Oberstein teil und erreicht den Titel „Meisterchor“, der ihm auf vier Jahre verliehen wird. Das war der wohl größte Erfolg des Chores in der damaligen Vereinsgeschichte.

Am 24. Mai 1981 werden beim Pokalwertungssingen in Bingen-Gaulsheim zwei erste und ein zweiter Platz in der Wertung erstritten.

Das Kreisjugendsingen des Sängerkreises Bad Kreuznach mit 10 Kinder- und Jugendchören findet am 20. September 1981 in Weiler in glanzvollem Rahmen statt.

Der MGV erhält für die gute Organisation der Veranstaltung in der „Rhein-Nahe-Halle“ hohes Lob.

 


Zur Feier des 95-jährigen Vereinsbestehens am 3. Oktober 1981, die mit dem schon traditionell gewordenen „Oktoberfest“ verbunden war, reisen Gäste aus Geiersthal im Bayerischen Wald an, vermitteln bayrische Gemütlichkeit und lernen unter Anleitung der Mitglieder unseres Vereins rheinische Fröhlichkeit nach Weilerer Art kennen.

 

 

Männerchor Weiler bei Bingen: Chorleiter Willibald Stipp1965 übernimmt Willibald Stipp, seit 1951 aktiver Sänger, als Dirigent auch den Chor des MGV. Schon seit 1955 leitet er bereits den Katholischen Kirchenchor „St. Cäcilia“.

1966 folgte die 80-Jahrfeier, die mit einem vom Verein veranstalteten „Oktoberfest“ verbunden war.

Schon 1964 und 1965 waren Oktoberfeste mit großem Erfolg gefeiert worden. Und weil die Weilerer eben ein sehr feierfreudiges Dorf sind, wurde auch das 85-jährige Vereinsbestehen 1971 mit einem festlichen Jubiläumskonzert begangen, wozu man das Unterhaltungsorchester Bad Kreuznach zur Mitwirkung gewonnen hatte.

Bei den alljährlichen Gruppensingen war die chorische Aufwärtsentwicklung deutlich abzulesen. Es war schon eine große Ausnahme, wenn der Weilerer Chor nicht unter den Tagesbesten des Wertungssingens stand.

In dieser Zeit, von 1970 bis 1974, stand Karl-Heinz Steinberger dem Verein vor. Unvergessen in dieser Zeit sind die Sängerreisen nach Seebach im Schwarzwald, Bamberg-Gaustadt und Neustadt an der Aisch.

Männerchor Weiler bei Bingen: Vorsitzender Adam J. SchmittAdam Schmitt wird 1974 im Alter von gerade 24 Jahren Vereinsvorsitzender, was für die Jugend Sogwirkung hatte, die danach verstärkt den Weg in die Reihen des Chores fand, und schon bald stellten sich neue Erfolge ein.

Es sei hierbei nur an ein großes Opernkonzert am 19. April 1975 erinnert, bei dem Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Pfalz aus Ludwigshafen mitwirkten.

Das 90-jährige Bestehen im Jahre 1976 wurde am Stiftungstag über Pfingsten beeindruckend gefeiert.
Schirmherr war Landrat Dr. Heribert Bickel.

Am 12. März 1977 erreichte der Chor beim Gruppensingen in Rümmelsheim als Gesamtleistung die Note „Hervorragend“.

Beim Wertungssingen in Bingen-Kempten am 22. Mai des gleichen Jahres errang der Chor, trotz starker Konkurrenz, den 3. Platz.

Das Kreisleistungssingen am 27. November 1977 in Rümmelsheim brachte dem Chor die Note „Sehr gut“ und die Qualifikation zur Teilnahme am Regionssingen.

In einer Feierstunde am 16. Dezember 1977 wird Anton Göbel aufgrund seiner großen Verdienste um den Verein zum Ehrenpräsidenten ernannt.

In unserer Heimatgemeinde wird vom 2. bis 5. Juni 1978 das Fest "950 Jahre der ersten urkundlichen Erwähnung von Weiler" gefeiert.

Die Mitwirkung des Chores bei den Feiern ist selbstverständlich.

Am 26. November 1978 gestaltete der Chor des MGV zusammen mit der Musikschule Bingen in Bingen einen Schubert-Abend anlässlich des 150. Todestages des Komponisten.

1979 wird beim Regionssingen am 11. März in Roxheim der Chor von den Wertungsrichtern mit "Sehr gut" bewertet und zum Meisterchor-Singen qualifiziert.

Schon am vorausgegangenen 31. Januar war dem Chor beim Gruppensingen in Waldalgesheim eine "großartige Leistung und hoher Leistungsstand" bestätigt worden.

Das vorbildliche und überaus engagierte Zusammenwirken von Chorleiter und Vereinsvorstand hatte diese Erfolgsserie möglich gemacht.

Selbstverständlich wirkt der Chor auch am 27. Mai 1979 bei der Einweihung des Dorfbrunnens auf dem "Dorfplatz" mit und ist bei der Grundsteinlegung für die neue Halle am 6.Oktober des gleichen Jahres mit dabei.

 

Auflistung aller Vorsitzenden des Vereins von der Gründung bis zum heutigen Datum

ChronikHartnäckig weiter fließt die Zeit,
die Zukunft wird Vergangenheit.
Aus einem großen Reservoir
ins andre rieselt Jahr um Jahr.

Wilhelm Busch
1832-1908, Deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller.

Quelle: Busch »Bildergeschichten. Maler Klecksel«, 1884

 

Weilerer Kerb in den 1920er JahrenAnmerkungen zur Chronik.

Die vorstehende Chronik baut in weiten Teil auf der Vereinschronik auf, die der verstorbene Ehrenbürger der Gemeinde und Mitglied unseres Vereins, Herr Hermann Josef Stipp, 1951 aus der geschichtlichen Kenntnis und eigenem Erleben erstmals erstellt und zum 100-jährigen Vereinsjubiläum weitergeschrieben hat.

Hierauf aufbauend hat Adam J. Schmitt, seit über 40 Jahren Vositzender des Vereins, die Chronik - unter Einbeziehung zusätzlicher Archive und geschichtlicher Dokumente - neu bewertet, fortgeschrieben, ergänzt, und - wo erforderlich - auch korrigiert.

Denn für eine Vereinschronik gilt ebenso der Spruch wie für die Vereinsarbeit selbst: „Nichts ist so beständig wie der Wandel“.

In den zwei Weltkriegen gingen leider viele Unterlagen und Dokumente verloren.

"Die Chronik einer Familie, aber auch eines Dorfes oder eines Vereins
ist immer wieder Gegenstand spontaner, liebender Neugier"

... hat der frühere Bundespräsident Richard von Weizäcker einmal festgestellt.

Wir wünschen Ihnen viel Freude, wenn Sie unsere Vereinsgeschichte "durchstöbern".

 

 

Auflistung aller Dirigenten des Weilerer Männergesangvereins von der Gründung bis zum heutigen Datum

Auf die Gründung des deutschen Kaiserreichs...

Reichsadler Deutsches KaiserreichAls der Deutsch-Französische Krieg (1870/71) beendet war, glaubte mancher, ein lang gehegter Traum von deutscher Einheit und Freiheit gehe nun in Erfüllung.

Die Gemeinde zählte damals 1.125 Einwohner.

Am 18. Januar 1871 war im Schloss zu Versailles im besiegten Frankreich im Beisein der deutschen Fürsten auf Betreiben Bismarcks das „Deutsche Reich“, mit dem preußischen Hohenzollernkönig als Kaiser Wilhelm I. (1871-88) an der Spitze proklamiert worden.

MGV Weiler Vereinsstatuten 1886 Seite 1

17 (unwirksame?) Paragraphen

17 Paragraphen enthalten die ersten Statuten, sie enthalten aber auch einen damals schwerwiegenden Fehler; die Satzung war eigentlich gar nicht wirksam geworden. Das Gründungsprotokoll ist zwar vom Schriftführer unterzeichnet, es fehlt aber die Unterschrift des Vorsitzenden oder dessen Stellvertreters.

Geschadet hat dieser Fehler allerdings nicht, denn viele Jahrzehnte hat man sich nach der Satzung gerichtet, hat sie später teilweise ergänzt, geändert oder aufgehoben.

Und aufgefallen ist der Fehler damals offensichtlich auch nicht.

Lachen verboten!

Gründungsstatuten des Männergesangvereins Weiler bei BingenGeradezu militärisch erscheint die Disziplin, die von den Chormitgliedern verlangt wurde; auf sie wurde offensichtlich von Anfang an besonderer Wert gelegt. So waren nach den Gründungsstatuten bei den Gesangsproben „jede geistreiche Getränke, sowie Rauchen, jedes laute Reden oder Lachen gänzlich untersagt“.

Wer gegen diese Regeln verstieß, musste mit Strafen rechnen werden: „Zuwiderhandlungen mit Geldstrafen oder Ausweisung geahndet“.

So streng ging es damals in einer Gesangstunde zu!

Die Gründungsversammlung war von den Weilerer Einwohnern Matthias Altenhofen und Jakob Klein in die Gastwirtschaft „Zum Römer“, Inhaber Heinrich Scheid, zusammengerufen worden.

1889 Vereinsfahne (Vorderseite)

Symbol der Einigkeit

Die Vereinsfahne — damals Symbol der Einigkeit, der Zusammengehörigkeit und der gemeinsamen Zielsetzung!

Zu jener Zeit war es das Bestreben und der Stolz eines jeden Vereins, ein solches Symbol sein Eigen zu nennen.

So konnte schon drei Jahre nach der Vereinsgründung die erste Fahne des MGV geweiht werden. Die Mittel zur Anschaffung wurden durch freiwillige Spenden, zum größten Teil aber durch Strafgelder aufgebracht.

Sobald nämlich der Dirigent den ersten Geigenstrich getan hatte, musste ein Sänger, der danach erst zur Probe erschien, 10 Pfennig für die Fahne geben, bei Nichterscheinen wurden 50 Pfennig gezahlt.

Zwischen der Vereinsgründung 1886 und der Fahnenweihe 1889 hatten sich an der Spitze des Deutschen Reiches schicksalhafte Veränderungen vollzogen. Der erste Kaiser des neuen Deutschen Reiches, Wilhelm I., war 1888 verstorben, sein Thronfolger Friedrich III. hatte schon nach 99 Tagen Regierungszeit noch im gleichen Jahr durch seinen Tod Kaiser Wilhelm II. den Thron freigemacht.

Dieser Thronwechsel sollte den MGV erst später noch schwer treffen.

Die Weimarer Republik

Am 28.11.1918 hatte Kaiser Wilhelm II. erklärt, dass er fortan auf den Thron verzichte. Die gleiche Erklärung gab der Kronprinz Wilhelm am 1. Dezember 1918 ab. Deutschland sollte jetzt Republik werden.

Männerchor Weiler: Das Dritte ReichSchon seit Beginn der Weimarer Republik waren die Reichskanzler und verantwortlichen Ministerien bemüht, die wirtschaftliche Entwicklung zur Sicherung des Lebensstandards der Menschen voranzutreiben, aber immer wieder hatte es Rückschläge gegeben, zuletzt 1930.

Trotzdem ging das Vereinsleben fort.

Satzungsgemäß war in der Generalversammlung am 29. Januar 1933 nach demokratischen Regeln der Vorstand gewählt worden, dem allerdings kein langer Bestand beschieden sein sollte.

Andenken der gefallenden und vermissten Mitglieder 1914-1918 1939-1945Die letzte Generalversammlung hatte im Januar 1939 stattgefunden.

Dann brach am 01. September 1939 der unglückbringende Zweite Weltkrieg aus.

Die Vereinsarbeit, insbesondere die regelmäßigen Chorproben, mussten wegen des Kriegsausbruches eingestellt werden. Eine geregelte Vereinsarbeit war durch die Einberufung vieler aktiver Sänger zur Wehrmacht oder durch Dienstverpflichtung in auswärtige Rüstungsbetriebe nicht mehr möglich.

Nach dem Ende des Krieges schien zunächst auch alles Vereinleben gestorben zu sein.

Viele hatten die Nase voll von Vereins- und Organisationszugehörigkeit, auch die seinerzeit 1808 Einwohner in Weiler.

Antrag auf Zulassung nach dem Krieg

Männerchor Weiler bei Bingen: 1946 Zulassung Genehmigung der französischen MilitärregierungDoch der MGV fand sich bald wieder zusammen. Ein Antrag auf Zulassung des Vereins musste über die Amtsbürgermeisterei in Bingerbrück bei der Militärregierung in Bad Kreuznach eingereicht werden.

Aus der Fotogalerie ...