• Letzte Änderung: Freitag 25 October 2019, 03:51:49.
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Impressionen von unserem letzten Konzert     "Weihnachten aus aller Welt"

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MGV „Liederkranz“ Weiler beging Jubiläum mit festlichem Opernkonzert
[Allgemeine Zeitung, Bingen] 

Als ein harmonischer und ausgeglichener Klangkörper stellte sich der weit über fünfzig Stimmen zählende Männerchor des MGV „Liederkranz“ Weiler in einem festlichen Opernkonzert vor.

Der Chor, dem ein Programm vorlag, das nicht geringe Anforderungen stellte, wurde von der ausgeprägten Musikalität seines Dirigenten Willibald Stipp selbstsicher und bestimmt zu einer Leistung geführt, die für Vereine in ländlichen Bereichen sicherlich eine Ausnahmeerscheinung darstellen dürfte.

Mit einem diszipliniert starken Chor und geschulten Stimmen war es möglich, die Werke aus der Zeit der Klassik und der Romantik in einer nahezu vollendeten Form zu Gehör zu bringen, was sicherlich in nicht geringem Maße auf der glücklichen Auswahl des Orchesters beruhte.

1975 MGV Festliches Opernkonzert

Chorleiter Willibald Stipp hat in der Auswahl des Programms nicht nur bekannte und ansprechende Chöre aus Klassik und Romantik ausgewählt, die immer wieder gern gehört werden, sondern auch weniger bekanntes Chorgut, das jedoch nicht geringer einzustufen ist. Die Instrumentaldarbietungen der Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters der Pfalz, Ludwigshafen, unter Gerhard Koch werkgetreu wiedergegeben, bildeten ein eindrucksvolles Pendant zu den chorischen Darbietungen.

Über 300 Zuhörer hatten in dem prächtig dekorierten Saal, wenn auch in etwas beengten Verhältnissen, Platz gefunden, vor einem eindrucksvollen Bühnenbild, das von Jakob Eiger geschaffen worden war. Nicht nur leuchtendes Grün und das Bunt der Blumen, sondern auch die Gestaltung selbst hinterließen einen tiefen Eindruck.

Das alles war der Rahmen für ein Konzert, das – so hört man qualifizierte Besucher sagen – alles bisher Gehörte übertraf.
In der Ouvertüre zu Mozarts „Schauspieldirektor“ zeigte sich bereits zu Anfang die vertiefte Sinngebung dramatischer Kunst in den Werken dieses Komponisten, eine Verschmelzung von heiteren und ernsten Elementen, in denen Gerhard Koch das Orchester zu einer eindrucksvollen Darbietung hinführte.

Erhaben und majestätisch, sprachlich exakt in Mozarts Priesterchor aus der „Zauberflöte“, von Stipp mit stilistischem Fingerspitzengefühl geführt, in ausgeprägten dynamischen Abstufungen zeigte der Chor eine hohe musikalische und stimmliche Kultur.

In köstlichem Wohlklang, schwebend und sprachlich rein, das Ständchen aus „Cosi fan tutte“ (W.A. Mozart), ebenso wie die Beethovensche „Romanze in F-Dur“, wobei der Solist, Konzertmeister Prof. Metzker, virtuos dem Werk eine individuelle Interpretation gab, die einen werkgetreuen Ausdruck fand. 

Prägnant farbig zeigte der Chor sein stimmliches Volumen im Soldatenchor aus „Margarete“ von Gounod. Die Betonung des Rhythmischen bewies zuverlässige Einübung und war nahezu schwungvoll, wobei der Chor in keiner Weise ins Reißerische verfiel. Hierzu in einem Gegensatz die beliebte Ballettmusik aus „Rosamunde“ von Franz Schubert, in der sich die Strahlkraft eines leistungsstarken Orchesters dokumentierte.

Aus dem Reich der „Großen Oper“ war der Chor der Ritter aus „Die Hugenotten“ von G. Meyerbeer an das Programmende des ersten Teils gestellt.

Der Chor wirkte hier anfangs etwas zögernd. Klangliche Reinheit zeichnete jedoch die Stellen aus, die das Wuchtige und Theatralische zum Ausdruck kommen ließen, wie man Meyerbeer kennt.

Die Pause ermöglichte das Schöpfen neuer Kräfte, für Chor und Orchester gleichermaßen, zumal die klimatischen Bedingungen in dem überfüllten Saal keineswegs die besten waren. 

Dennoch wirkte der Chor frisch zu Beginn des zweiten Teiles. Ein subtiler Wohlklang der Abendchor aus Kreutzers „Nachtlager von Granada“, der teilweise wie ein Hauch im Saal verging. 

Die folgenden Werke waren dann aus dem Schaffen eines Komponisten entnommen, der sich im besonderen auf dem Felde der komischen, volksnahen Spieloper bewährte, da seine Stoffe unkompliziert in einem theaterpraktischen Singspielstiel gestaltet sind: Albert Lortzing.

Die Ouvertüre aus seinem vielleicht besten Werk „Der Wildschütz“ ließ die Verarbeitung des Volks- und Naturlebens erkennen, von den Hörnern dominierend, zugleich äußerst präzise unterstrichen. Das beschwingte Jagdlied aus dieser Oper, eine scheinbar einfache Tonschöpfung, vermochte Willibald Stipp mit seinem Chor in einer interessanten Art zu Gehör zu bringen. 

Auch der folgende Chor der Jäger aus „Undine“, der schon textlich die unromantischen Bewegungen ausdrückt, erfuhr in der musikalischen Wiedergabe einen starken Ausdruck. 

Der lebendige Holzschuhtanz aus „Zar und Zimmermann“ leitete über zu dem mitreißenden Chor der Schmiedegesellen aus „Der Waffenschmied“. Die Sänger folgten hier einfühlsam der Nuancierung des Dirigenten im Ausdruck, das gilt auch für das begleitende Orchester. 

Wohlklingend und anschmiegsam das Weinlied aus „Undine“. Trotz des starken Chores schwebte der Tenor beherrschend über der Tonschöpfung.

Die Zuhörer spendeten minutenlangen Beifall, so daß sich Chor und Orchester einer Wiederholung des letzten Chores nicht verschließen konnten.

Mit diesem Konzert hat Chorleiter Stipp nicht nur sein persönliches Können herausgestellt, sondern auch bewiesen, daß er es vermag mit einem hervorragenden Orchester den Chor zu einem hohen Leistungsstand zu führen. 

Nicht unausgesprochen bleiben sollte der Wünsch, solche Konzerte in kleineren zeitlichen Abständen anzubieten und möglichst einem größeren Zuhörerkreis zugänglich zumachen.

Mit einem festlichen Opernkonzert feierte der MGV „Liederkranz“ Weiler unter Leitung von Willibald Stipp mit dem Pfalzorchester sein Jubiläum. 

Impressionen von unserem Konzert     "Day and Night" 

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