• Letzte Änderung: Montag 12 November 2018, 11:18:18.
Internetseite des Männerchores Weiler bei Bingen

Deine Stimme zählt!

Jeder, der Spaß am gemeinsamen Singen hat, ist uns willkommen!

Jeden Donnerstag um 20 Uhr ist Chorprobe im Proberaum im Rathaus in Weiler.

Schau doch einfach mal vorbei!
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Nach dem Ende des Krieges schien zunächst auch alles Vereinleben erstorben zu sein. Viele hatten die Nase voll von Vereins- und Organisationszugehörigkeit. Doch der MGV fand sich bald wieder zusammen. Ein Antrag auf Zulassung des Vereins musste über die Amtsbürgermeisterei in Bingerbrück bei der Militärregierung in Bad Kreuznach eingereicht werden.

Mit einem Fragebogen mit fast 100 Fragen erkundigte man sich über eventuelle Aktivitäten der Antragsteller zur Nazizeit, über Parteizugehörigkeit und vieles andere mehr. Die französische Besatzungsmacht erteilte die Genehmigung für die weitere Tätigkeit des Vereins. Über 7 Jahre nach der letzten Generalversammlung 1939 trafen sich die Mitglieder am 3. Februar 1946 zur ersten Generalversammlung nach Kriegsende, das Vereinsleben des MGV nahm einen neuen Anfang.

Noch im Sommer wurden die Chorstunden wieder aufgenommen, mussten aber bald mangels Beteiligung wieder eingestellt werden. Die Sorge ums tägliche Brot, ums Überleben in der bitteren Notzeit nach dem verlorenen Kriege ließ keine Zeit zur Muße. Dirigent war damals Chorleiter W. Kamp aus Bingen-Kempten, der den Chor schon seit 1934 geleitet hatte.

Jedoch hatte es sich der Verein nicht nehmen lassen, die nach und nach aus Gefangenschaft zurückkehrenden Chormitglieder mit einem Ständchen in der Heimat willkommen zu heißen. Erst 10 Jahre später steht fest, dass 10 Sangesbrüder der Willkommensgruß versagt bleiben musste — gefallen fern der Heimat, begraben in fremder Erde.

In der Generalversammlung 1947 wird für die Zukunft verbindlich beschlossen, das jährliche Stiftungsfest jeweils am Pfingstmontag zu feiern. An diesem Tag wird in der heimatlichen Pfarrkirche das Hochamt für die lebenden und verstorbenen Mitglieder des Vereins gehalten, das der Chor selbst, musikalisch mitgestaltet.

Traditionsgemäß wird die Vereinsfahne zu diesem Gottesdienst in die Kirche gebracht und ein Kranz, der den heimgegangenen Mitgliedern gewidmet ist, vor dem Altar auf den Stufen niedergelegt. Die Teilnahme aller Mitglieder am Festhochamt wird als Ehrensache angesehen, die der Angehörigen begrüßt. Danach wird in Begleitung der Vereinsfahne am Ehrenmal vor dem Friedhofseingang ein Kranz für alle verstorbenen Mitglieder des MGV niedergelegt und zu ehrendem Gedenken ein mehrstimmiger Chor gesungen.

Regelmäßige Chorproben können erst wieder seit 1947 abgehalten werden. Als neuer Chorleiter wird in diesem Jahr Musikdirektor E. Wichardt aus Bingerbrück gewonnen. Noch im gleichen Jahr wird die Operette „Waldvöglein“ aufgeführt; für den MGV ein großer Erfolg nach soviel Jahren des Schreckens und der Not.

Im Jahre 1948 setzte für den MGV in finanzieller Hinsicht eine merkliche Wende ein. Am Kriegsende hatten die alliierten Mächte den Ostteil Deutschlands abgetrennt und unter polnische Verwaltung gestellt, der Rest unseres Vaterlandes wurde in vier Zonen eingeteilt. Unsere Heimat war zuerst von amerikanischen, ab Juli 1945 von französischen Truppen besetzt. 7 Monate lang waren die Soldaten einer französischen Artillerie-Abteilung bei Weilerer Familien untergebracht.

Nach Kriegsende wird der Wert des Geldes immer geringer. Der Tausch- und Schwarzhandel blüht zum Schaden derer, die nichts zum „Kotteln“ (Tauschen) hatten. Als die Geldscheine fast wertloses Papier waren, führten die Alliierten in der französischen, englischen und amerikanischen Zone am 20.6.1948 die „Währungsreform“ durch. (Die von den Russen besetzte Ostzone ging von da ab ihre eigenen Wege). Für 100 papierene „Reichsmark“ gab es damals als „Anfangskapital“ pro Person 40 neue „Deutsche Mark“.
 
Jetzt hatte das Geld, ähnlich wie in den Jahren um 1925, wieder einen Wert; wenn es anfangs auch knapp war, so konnte man doch wenigstens damit wieder etwas kaufen! Was bis zur Währungsreform in der Vereinskasse des MGV an Geld sich angesammelt hatte, war auch nicht viel mehr als wertloses Papier. Das sogenannte „Altgeld“ wurde im Werte von 6 Deutschen Mark für 100 Reichsmark umgetauscht. Das war ein sehr kleiner Grundstock für einen bescheidenen Anfang; aber allmählich sammelte sich wieder Vereinsvermögen an, so dass der Verein auch in die Lage kam, notwendige Anschaffungen zu machen.